Abrisskommando Gretchen

Abrisskommando Gretchen

by Andrea

Abrisskommando Gretchen

Ein Hund

unser beider großer Traum, seit wir Kinder waren. Mein Mann und ich waren uns einig und wir begannen, uns einzulesen...

Wir hatten verschiedene Rassen im Kopf, die nach diversen Rasse-Portraits doch nicht wirklich gut zu uns passten.

Irgendwann kamen wir beim Continental Bulldog an. Eine Rückzüchtung der Englischen Bulldogge mit einem sportlichen Körperbau und längerer Nase. Draußen aktiv und drinnen entspannt. Bedingt für Anfänger geeignet stand da. Ich hatte über Jahre täglich Hunde ausgeführt und war mir sicher, ich bin da doch erfahren. So kam es, dass wir einen Züchter besuchten, der uns mit seinem Konzept überzeugte. Seine Welpen können von klein auf verschiedene Eindrücke gewinnen und vieles kennenlernen wie Kinder, Autofahren und andere Alltagssituationen. Wir trafen uns, und scheinbar überzeugten wir ihn auch.
Und so durften wir im November unser kleines Fellbündel abholen. Zuhause - wir waren eine Woche davor erst umgezogen - war alles vorbereitet. Die Wohnung war aufgeräumt und welpensicher. Wir hatten ein hübsches Bettchen und als gut informierte, frisch gebackene Hundeeltern auch eine Decke mit dem Geruch der Hunde-Mama, ein schickes Teepee und putzige, kleine Stofftiere.

Und dann kam Gretchen

 

 

So fluffig und niedlich, wie ein Welpe nur sein kann. Große, dunkle Kulleraugen, ein kleines Stupsnäschen und ein rosiges rundes Babybäuchlein. Und von klein auf mit einem seeeeehr eigenen Kopf und einem starken Willen ausgestattet, wie er bei Bulldoggen durchaus keine Seltenheit ist. Ein flauschiger, zuckersüßer Bulldozer. Sie köpfte die kleinen Stofftiere, tobte in ihrem Bettchen und machte das, was sich auf Teepee reimt, in eben diesem - Pipi. Ich hob sie hoch und sie pinkelte in einem schönen Kreis weiter. Einfach ignorieren und wegwischen. Das haben wir noch viele, viele Male wiederholt. Die kleine Bulldogge fand draußen Pipi machen richtig doof und wartete lieber, bis wir wieder drinnen in der gemütlichen Wohnung waren. Wir hatten gehört, dass es gut sei für die Entwicklung, wenn die Kleinen möglichst viel kennenlernen, damit sie später nicht so ängstlich sind. Also nahmen wir sie auch mit ins Café, wo sie friedlich in ihrem winzig kleinen schwarzen Pullover mit dem aufgestickten Totenkopf auf Papas Arm schlief. Markiert hat sie das Café natürlich auch erst einmal standesgemäß. Sie war vom ersten Moment an ein Papamädchen und Papa war auch in allen anderen Lebenslagen ihr Lieblingsschlafplatz. Wir hatten ein Bettchen neben unser Bett gestellt, damit sie sich nicht einsam fühlt.

Sie robbte sich nachts in Papas Arm und schlief dort selig und zufrieden von der ersten Nacht an.

 

Und so ist es auch bis heute - 20 Kilo später - geblieben. Tagsüber war sie eine kleine Abrissbirne, die mit vollem Tempo durch die Wohnung rannte, in Hände und Füße biss und auch vor den Möbeln nicht halt machte. Die Tapete und unsere Hausschuhe fand sie ebenfalls sehr spannend. Papa spielte ausgiebig mit ihr, um sie müde zu machen. Stattdessen wurde sie immer aufgedrehter und wilder.
Wir übten kleine Tricks mit ihr, um ihr Köpfchen zu beschäftigen. Wir holten ihr Kauhölzer, die sie manisch zernagte. Sie war völlig außer Rand und Band und wir so ziemlich am Ende mit den Nerven. Wir lächelten müde, wenn Leute auf der Straßen begeistert waren, wie unglaublich lieb und süß sie war. Ha! Dachten wir. Dann pass mal zwei Stunden auf sie auf. Du würdest Dich wundern! Wir hatten Kontakt zu vier ihrer Schwestern und so stellten wir fest, dass wir nicht unfähig oder alleine waren damit. Unsere kleinen Raketen entwickelten sich alle seeeehr ähnlich und der Austausch tat gut. Wir besuchten eine Hundeschule, um mal ein bisschen Struktur in das Ganze zu bringen.

Wir wechselten tatsächlich noch zwei Mal die Hundeschulen, bis wir schließlich eine positiv arbeitende Trainerin fanden, die genau so war, wie wir es uns vorgestellt hatten. Sie stellte schnell fest:

Wir hatten die Kleine viel zu sehr bespaßt und darüber war die Ruhezeit zu kurz gekommen, sodass die kleine Maus völlig überdreht war und gar nicht zur Ruhe kommen konnte. Unsere Aufgabe lautete nun also: Ruhe, Ruhe und ... nochmals Ruhe.

 

Wir schauten mit ihr Dog TV, eine Sendung für Hunde auf YouTube, die meditative Musik spielt. Wir konditionierten Ruhewörter und Entspannungsrituale. Wir reduzierten die täglichen Aktivitäten. Sie bekam zur Beruhigung Leckmatten. Die sie zerlegte, als sie für zwei Minuten alleine im Zimmer war. Nach zwei Wochen zeigten sich tatsächlich erste Erfolge und wir waren überglücklich, dass unsere kleine Rakete endlich mal zur Ruhe kam und wir durchatmen konnten. 

Fortsetzung von dem Abrisskommando Gretchen folgt ...

und bis dahin wünschen wir euch eine schöne & gesunde Zeit,

eure Andrea mit Wolfi & Gretchen

Schaut bei Gretchens Instagram vorbei : gretchendelight

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